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Quickborner Tageblatt v. 22.11.2005

Rebellion gegen Kiel wird angezettelt
Von Beatrice Maass

Ellerau will sich nicht von Quickborn, Henstedt-Ulzburg oder Norderstedt "schlucken" lassen, es möchte eigenständige und hauptamtliche Gemeinde bleiben. Die politisch Verantwortlichen im Ort sind überzeugt davon, dass ihre Verwaltung sparsam haushaltet und darum kein Grund bestehe, mit einem größeren Nachbarort zu fusionieren. Allein die Landesregierung sieht dies anders: Sie hat die Order ausgegeben, alle Orte unter 8000 Einwohner bis 2007 in größere Verwaltungsverbände zusammenzufassen - notfalls per Zwangsfusion.

"Dagegen werden wir uns zur Wehr setzen", sagt Bürgermeister Torsten Thormählen (parteilos), und Bürgervorsteher Bernd Exler fügt an: "Wir sind für einen Sparkurs, aber der Weg der Landesregierung ist falsch." Es sei nicht erwiesen, dass kleinere Verwaltungen teurer seien als größere, argumentieren sie. Quickborns Verwaltung arbeite, auf die Einwohner umgerechnet, beispielsweise kostenintensiver als Elleraus.

Aber Kiel sei für Argumente nicht offen. Thormählen: "Ich habe Ende September mit dem Ministerpräsidenten und dem Innenminister gesprochen, habe denen gesagt, im Hamburger Rand stünden die Gemeinden in Konkurrenz zueinander. Bei einer Zwangsfusion würde Ellerau ausgeblutet." Aber die Landesregierung sehe das anders, sie argumentiere: "Wir machen das für die Bürger."

"Darum haben wir uns gesagt, na bitteschön, dann fragen wir doch die Bürger", erklärt Exler. Der so genannte Ellerauer Adhoc-Ausschuss, der gebildet wurde, um die Vorgehensweise anlässlich der Gemeindestrukturreform abzustimmen, beschloss, einen Bürgerentscheid herbeizuführen zur Frage "Soll Ellerau eine hauptamtliche Verwaltung mit hauptamtlichen Bürgermeister behalten?" Am kommenden Donnerstag, 24. November, soll der Entscheid während der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates (19.30 Uhr im Bürgerhaus, Hojerweg) auf den Weg gebracht werden. Es bedarf dazu einer Zweidrittel-Mehrheit. Termin für die Befragung ist der 3. März 2006. Auch eine Einwohnerversammlung zu diesem Thema ist bereits geplant: Mittwoch, 30. November, 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

Die Verantwortlichen versprechen sich von der Befragung eine breite Zustimmung der Bürger zur Hauptamtlichkeit Elleraus. Darüber hinaus wollen sie einen Domino-Effekt bewirken. Andere Gemeinden in der selben Situation sollen ermutigt werden, ebenfalls ihre Einwohner für Selbstständigkeit votieren lassen. Thormählen: "Dann wollen wir doch mal sehen, wie die Landesregierung reagiert, die doch behauptet, die Strukturreform für die Bürger zu machen."